Ein Drittel des Gotthard-Basistunnels ist ausgebrochen

Von insgesamt 153,4 km Tunnel, Schächte und Stollen des Projekts AlpTransit Gotthard sind per Ende Juli 52,338 km oder 34,1% ausgebrochen. Die vier Tunnelbohrmaschinen (TBM) haben bis jetzt insgesamt 16,076 km aufgefahren. Die laufenden Baustellenferien werden für Revisionsarbeiten an den TBM genutzt. Während die Vortriebsarbeiten in Amsteg und Sedrun gut vorankommen, zeigen die Vortriebsleistungen in den Teilabschnitten Bodio und Faido, dass der durch Störzonen verursachte und bereits bekannte Rückstand von rund einem Jahr auf das Terminprogramm nicht aufgeholt werden kann. Unter Berücksichtigung des erfolgten Baubeginns in Erstfeld erwartet die AlpTransit Gotthard AG die Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels im Jahr 2015.

Gotthard-Basistunnel
Im Teilabschnitt Bodio hat die Tunnelbohrmaschine (TBM) in der Weströhre 5'117,14 Meter, diejenige in der Oströhre 4'043,12 Meter aufgefahren. Dabei mussten die TBM im Jahr 2003 und im ersten Halbjahr 2004 einige bautechnisch relevante geologische Störzonen durchfahren. Die teilweise schwierigen Verhältnisse mit erhöhtem Bedarf an Sicherungsmitteln verunmöglichten es, die vorgesehenen Vortriebsleistungen zu erreichen. Bereits im Sommer 2003 hatte die AlpTransit Gotthard AG einen Rückstand auf das Terminprogramm in Bodio mitgeteilt. Es durfte dann aber aufgrund steigender Vortriebsleistungen angenommen werden, dass die Verzögerung teilweise wieder aufgeholt werden könne. Es zeichnet sich nun ab, dass dies nicht möglich ist. Die AlpTransit Gotthard AG erwartet nach heutigem Kenntnisstand den Durchschlag in Faido im Jahr 2006 und nicht wie ursprünglich vorgesehen im Jahr 2005. Die Inbetriebnahme für den Gotthard-Basistunnel erfolgt im Jahr 2015.

Um die Vortriebsleistungen noch steigern zu können, werden an den TBM in Bodio Verbesserungen an den Vortriebseinrichtungen geplant. Bereits abgeschlossen sind die Umbauarbeiten für die Sohlenschalung beim Nachläufer der Tunnelbohrmaschine, so dass heute an einem Tag bis zu 30 m der Sohle betoniert werden können. Kleinere Verbesserungen erfolgen jetzt schon im Rahmen der regulären Revisionsarbeiten während der laufenden Baustellenferien. Beim geplanten Stillstand der Maschinen zwischen Weihnachten und Neujahr bietet sich die nächste Gelegenheit.

Die Arbeiten an der offenen Zufahrtsstrecke in Biasca zum Südportal des Gotthard-Basistunnels kommen gut voran und liegen im Rahmen der geplanten Termine und Kosten.

In Faido ist beim Bau der Multifunktionsstelle in der Zwischenzeit die Störzone in Richtung Süden vollständig durchfahren worden. In nördlicher Richtung hat die Oströhre die Störzone ebenfalls verlassen, wobei die Übergangszone in den Lucomagnogneis länger und druckhafter ist, als angenommen. Der Vortrieb der Weströhre steht am Ende der äusserst druckhaften Störzone, wo zurzeit umfangreiche Nachsicherungsarbeiten laufen.

Im Teilabschnitt Sedrun kommen die Vortriebsarbeiten gut voran. Die prognostizierten Störungen im Vorfeld des Tavetscher-Zwischenmassivs Nord konnten in beiden Tunnelröhren ohne bautechnische Probleme ausgebrochen werden und der Vortrieb im eigentlichen Tavetscher-Zwischenmassiv Nord hat begonnen. Bisher wurde noch kein druckhaftes Gebirge festgestellt.

Erfreulich verlaufen die Vortriebsarbeiten im Teilabschnitt Amsteg. Die TBM in der Weströhre hat bis jetzt 3'183,70 Meter, diejenige in der Oströhre 3'732,50 Meter zurückgelegt und dabei innert kürzester Zeit und ohne grosse Probleme die prognostizierte, bautechnisch anspruchsvolle Intschi-Zone durchfahren. Im Bauprogramm war im Störzonen-Bereich ein Vortriebsstillstand von vier Monaten für Massnahmen zur Verfestigung des Gebirges vorgesehen. Dieser geplante Stillstand der beiden Tunnelbohrmaschinen musste nicht in Anspruch genommen werden. Anfangs Juli erreichte die TBM in der Weströhre mit 40,1 m gar einen neuen Tagesrekord beim Bau des Gotthard-Basistunnels.

Mit der Versetzung eines über vier Tonnen schweren Steins neben das künftige Nordportal in Erstfeld haben am 19. Juli 2004 auch im letzten Teilabschnitt des Gotthard-Basistunnels die Arbeiten begonnen. Als erstes werden nun die Vorbereitungsarbeiten für den Installationsplatz an die Hand genommen. Voraussichtlich im Sommer 2005 werden die Arbeiten für das Erstfelder Hauptlos 151 vergeben. Es umfasst den Bau von zwei parallelen Einspurtunnels mit einer Gesamtlänge von
7,7 km und des unterirdischen Verzweigungsbauwerks für die künftige Linienführung im Berg. Der Beginn der eigentlichen Vortriebsarbeiten ist auf Ende 2006 vorgesehen.

Ceneri-Basistunnel
Die öffentliche Planauflage für den Ceneri-Basistunnel fand im April 2003 statt. Nach dem Ständerat im Dezember 2003 hat auch der Nationalrat im Juni 2004 der Freigabe der entsprechenden Kredite zugestimmt. Vom 15. Juni bis 14. Juli 2004 wurden die Projektänderungen für den Ceneri-Basistunnel öffentlich aufgelegt, Ende Jahr folgt die Planauflage für die Änderungen 'Tutto Sigirino einschliesslich Wildtierpassage Dosso di Taverne' und Bahnanschluss Sigirino. Die Baubewilligung kann Mitte 2005 erwartet werden, so dass noch in der zweiten Jahreshälfte mit Vorbereitungsarbeiten begonnen werden kann. Der Hauptbaubeginn ist für 2006 geplant.