Fischzuchtanlage mit Wasser aus dem Gotthard-Basistunnel

Mit dem Bau der neuen Gotthardbahn verwirklicht die Schweiz eines der grössten Umweltschutzprojekte Europas. Nicht nur der Bau des Jahrhundertbauwerks erfolgt so schonend wie möglich. Die AlpTransit Gotthard AG setzt sich auch für ökologische Projektoptimierungen ein. So soll das Tunnelwasser auf der Nordseite des Gotthard-Basistunnels für die Zucht einheimischer Fische und Schalentiere sowie die Gewinnung von Wärmeenergie genutzt werden. Die ATG hat sich mit der «Basis57 nachhaltige Wassernutzung AG» über den Erwerb einer rund 2.5 Hektaren grossen Landfläche beim Nordportal geeinigt.

Wie Urs Aschwanden, Verwaltungsratspräsident der Basis57, am Donnerstag, 18. September 2014, vor den Medien ausführte, sollen die Betriebs- und Mastgebäude für die Fischzuchtanlage bis 2020 erstellt und die Produktion in mehreren Etappen bis 2023 aufgebaut werden. Das Investitionsvolumen beträgt zwischen 25 und 30 Millionen Franken. Insgesamt sollen bis zu 25 Arbeitsplätze geschaffen werden. Damit mit den Bauarbeiten begonnen werden kann, brauche es noch eine Umzonung der Landparzellen. „Wenn alles rund läuft, wird der Kauf der Grundstücke 2016 über die Bühne gehen und wir können anschliessend mit einer ersten Bauphase beginnen“, sagte Urs Aschwanden.

Bis Ende 2017 werden diese Parzellen noch als Installationsplatz für den Bau des Kreisels sowie den Rückbau der Zubringerbrücke zum Autobahnanschluss Erstfeld genutzt, wie Adrian Wildbolz, Abschnittsleiter Nord der AlpTransit Gotthard AG, erklärte: „Die AlpTransit Gotthard AG ist mit der gefundenen Lösung sehr zufrieden. Die Fläche wird mit dem Fischzuchtprojekt sinnvoll und nachhaltig genutzt und stärkt die Urner Wirtschaft.“

Auch auf den anderen Baustellen der AlpTransit Gotthard AG ist man zurzeit daran, vorübergehend beanspruchte Landflächen wiederherzustellen und diese in den ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen. In Amsteg ist der ehemalige Installationsplatz vollständig rekultiviert und wird inzwischen wieder landwirtschaftlich genutzt. Im Rynächt dauert es noch bis 2017, bis die Rekultivierungsarbeiten abgeschlossen sind. Auch in Sedrun, Faido und Bodio laufen der Rückbau der Installationsplätze und deren Rekultivierungen auf Hochtouren.

Weitere Umweltprojekte auf ATG-Baustellen

Sedrun:

In der Sohle des Gotthard-Basistunnel hat es Tunnelwasserleitungen, die permanent mit sauberem Wasser durchspült werden müssen. Dieses Wasser wird in Sedrun an verschiedenen Stellen gesammelt und durch den Zugangsstollen und den 800m tiefen Schacht über eine Druckleitung in die Multifunktionsstelle Sedrun geführt. Die kinetische Energie, die beim Transport des Wassers durch den Schacht entsteht, wird in der Multifunktionsstelle Sedrun durch ein Kleinwasserkraftwerk in Strom umgewandelt. Die Leistung beträgt rund 1.1 GWh pro Jahr. Die Bauarbeiten sind im Gang.
Im weiteren wird im Rahmen einer Studie für ein Energiekonzept in Tujetsch die Frage geklärt, ob die Erdwärme (Felstemperatur) im Tunnel für die Energiegewinnung genutzt werden kann.

Bodio:

Im 3.2 km langen Schutterstollen zwischen Pollegio und Loderio im Bleniotal soll Druckluft zur Energiegewinnung gespeichert werden. Die Baubewilligung für eine Pilotanlage ist erteilt.
Projekte für eine Nutzung des warmen Wassers aus dem Gotthard-Basistunnel für eine Fernheizung und eine Fischzuchtanlage liegen vor, sind zurzeit aber sistiert.