Gotthard-Basistunnel: Der Einbau der Bahntechnik hat begonnen

Beim Südportal des Gotthard-Basistunnels, zwischen Bodio und Faido, hat der Einbau der Bahntechnik in der Weströhre begonnen. Das ca. 16 Kilometer lange Teilstück wird bis 2012 vollständig mit den bahntechnischen Installationen wie Fahrbahn, Fahrdraht, Stromversorgung, Telekommunikations- und Sicherungsanlagen ausgerüstet. 2017 wird der Gotthard-Basistunnel für den fahrplanmässigen Bahnbetrieb bereit sein.

Als erste Strecke wird der Tunnelabschnitt Faido-Bodio West mit der Bahntechnik ausgerüstet. Ab 2013 finden auf der ca. 16 km langen Teilstrecke Testfahrten mit Geschwindigkeiten bis zu 230 km/h statt. Dadurch kann das komplexe Zusammenspiel aller bahntechnischen Systeme im Gotthard-Basistunnel ausgiebig getestet werden. Logistische Basis für den bahntechnischen Einbau dieses Tunnelabschnitts ist der Installationsplatz Süd in Biasca, der auf einer Fläche von 70'000 m2 errichtet wurde. Eine weitere Voraussetzung ist der Bau des ca. 4.5 km langen Teilstücks der „Offenen Strecke Süd“ zwischen dem Installationsplatz und dem Tunnelportal in Bodio.

Ab Herbst 2011 beginnt der Einbau im Norden
Ab 2011 erfolgt auch am Nordportal der Einbau der Bahntechnik. Zuerst wird der Teilabschnitt Erstfeld-Amsteg-Sedrun Ost mit der Bahntechnik ausgerüstet. Dafür wird ab Herbst 2010 in Rynächt der Installationsplatz Bahntechnik Nord errichtet.

Schienenbasierter Einbau
Die ersten bahntechnischen Einbauten in den Gotthard-Basistunnel erfolgen somit parallel zur Fertigstellung des Rohbaus in anderen Tunnelabschnitten. Der Einbau und die Inbetriebsetzung dauern insgesamt acht Jahre. Als leistungsfähige Zugänge – auch zum Einbringen von Material – stehen nur die beiden Portale zur Verfügung. „Die noch nie dagewesene Tunnellänge von 57 km und die engen Platzverhältnisse beschränken die Zufahrt für Pneufahrzeuge und stellen eine grosse  Herausforderungen dar“, sagt Oliver Bratschi, Leiter Bahntechnik bei der Bauherrin AlpTransit Gotthard AG. Fast alle Transporte finden deshalb auf der Schiene ab den beiden Haupt-installationsplätzen im Norden und Süden statt. Als erste bahntechnische Installationen werden Kabel eingezogen und die schotterlose Fahrbahn eingebracht.

Über 1000 technische Nahtstellen abstimmen
Zu Spitzenzeiten werden über 700 Personen mit dem Einbau der Bahntechnik beschäftigt sein. Die Komplexität ist hoch, eine detaillierte Abstimmung mit allen Beteiligten ist unabdingbar. „Über 1000 technische Nahtstellen sind aufeinander abzustimmen, damit im Gotthard-Basistunnel reibungsloser Bahnverkehr ermöglicht wird“, sagt Rolf Brunner, Vorsitzender der Baukommission von Transtec Gotthard.

AlpTransit Gotthard AG
Die AlpTransit Gotthard AG ist Bauherrin der neuen Eisenbahn-Alpentransversale Achse Gotthard mit den Basistunnels am Gotthard und Ceneri. 1998 gegründet, beschäftigt die Tochtergesellschaft der SBB heute am Hauptsitz in Luzern und an den Aussenstellen in Altdorf, Sedrun, Faido und Bellinzona rund 140 Mitarbeitende. Der Werkvertrag „Bahntechnik Gotthard-Basistunnel“ ist mit einem Umfang von 1.7 Mrd CHF einer der weltweit grössten Verträge im bahntechnischen Bereich und der grösste Werkvertrag der AlpTransit Gotthard AG.

Transtec Gotthard
Die Transtec Gotthard wurde von der AlpTransit Gotthard AG als Generalunternehmer für den Einbau der Bahntechnik in den Gotthard-Basistunnel verpflichtet. Die Arbeitsgemeinschaft besteht aus den Unternehmen Alpiq InTec AG, Alcatel-Lucent/Thales RSS (bilden ein Konsortium), Alpine-Bau und Balfour Beatty Rail. Als vier gleichberechtigte Partner bringen sie ihre Kompetenzen in den Bereichen Fahrbahn, Fahrleitung, Bahnsicherung, Bahn- und Tunnelleittechnik, Telekommunikation, Stromversorgung, Logistik sowie Planung und Ausführung in die Arbeitsgemeinschaft mit ein. 

Dateien:
Medienmappe Start Einbau Bahntechnik, 25.6.2010 (133 kB)