Gotthard-Basistunnel: Kein Ausbau der Entwässerungsrohre

Ein Teil der im Gotthard-Basistunnel eingebauten Entwässerungsrohre weisen eine reduzierte Dauerhaftigkeit auf. Zu diesem Schluss kommt das von der AlpTransit Gotthard AG mit der Materialprüfung beauftragte Kunststoff-Zentrum Würzburg. Ein Ausbau bereits eingebauter Entwässerungsrohre steht aufgrund der Erkenntnisse und Untersuchungsresultate jedoch nicht zur Diskussion. Der Inbetriebsetzung des Gotthard-Basistunnels Ende 2016 steht aus heutiger Sicht nichts im Weg.

Die von der Bauherrschaft beauftragten Experten erachten es als erwiesen, dass ein Teil der gelieferten und im Gotthard-Basistunnel eingebauten Entwässerungsrohre materialtechnisch nicht den Anforderungen gemäss Werkvertrag entspricht. Laboruntersuchungen zeigen zudem eine reduzierte Dauerhaftigkeit der nicht werkvertragskonformen Rohre im Vergleich zu einwandfreien Rohren.

Für die betroffenen Abschnitte wurde in Zusammenarbeit mit der SBB ein Überwachungskonzept erarbeitet. Die von den Ingenieurgemeinschaften durchgeführten Gefährdungsanalysen haben ergeben, dass zum heutigen Zeitpunkt ca. 30 km von insgesamt 456 km Leitungen genauer überwacht werden müssen.

Das Baukonsortium der Lose Bodio und Faido kommt demgegenüber aufgrund eigener Untersuchungen zum Schluss, dass die Gebrauchstauglichkeit sämtlicher Rohre über eine Nutzungsdauer von 50 Jahren uneingeschränkt gewährleistet ist.

Im August 2013 hat die AlpTransit Gotthard AG die betroffenen Rohbaukonsortien über die Resultate orientiert. Im Verlaufe der nächsten Wochen wird die AlpTransit Gotthard AG ihnen ihre detaillierten Ansprüche zustellen. Anschliessend können die Baukonsortien einen Vorschlag zur Mängelbehebung unterbreiten.

Die bilateralen Gespräche zwischen Bauunternehmern und der Bauherrin zu diesem Thema sind in der Zwischenzeit aufgenommen worden.

Ceneri-Basistunnel: Rekurse gegen Vergaben der Bahntechnik-Arbeiten 

Gegen die beiden von der AlpTransit Gotthard AG im August 2013 vergebenen Bahntechnik-Lose „Fahrbahn + Logistik“ sowie „Bahntechnik und Gesamtkoordination“ sind beim Bundesverwaltungsgericht Rekurse eingereicht worden.

Der Verwaltungsrat der AlpTransit Gotthard AG hat am 12. August 2013 das Los „Fahrbahn + Logistik“ dem Konsortium Mons Ceneris unter der Federführung von Mancini&Marti AG zum Preis von rund CHF 96 Mio. sowie das Los „Bahntechnik und Gesamtkoordination“ dem Konsortium CPC unter der Federführung der Cablex AG zum Preis von rund CHF 129 Mio. vergeben.

Gegen diese beiden Vergaben wurde nun vor dem Bundesverwaltungsgericht Beschwerde eingereicht. Die AlpTransit Gotthard AG hat 14 Tage Zeit, sich dazu gegenüber dem Bundesverwaltungsgericht zu äussern.