Gotthard vor Hauptdurchschlag, Hauptvortrieb am Ceneri

Das Projekt AlpTransit Gotthard ist auf Kurs. Im Gotthard-Basistunnel steht im Herbst 2010 der Hauptdurchschlag bevor. Am Ceneri-Basistunnel hat Mitte März 2010 der Hauptvortrieb begonnen. Renzo Simoni, Vorsitzender der Geschäftsleitung der AlpTransit Gotthard AG, informierte am 31. März 2010 anlässlich der Premiere zum AlpTransit-Jahresfilm 2009 über den Baufortschritt am grössten Bauprojekt der Schweiz.

Insgesamt sind gegenwärtig fast 95% der rund 151,8 km Schächte, Stollen und Tunnelröhren des Gotthard-Basistunnels durchörtert. Der Rohbau, die Beton- und Ausschalungsarbeiten in den Teilabschnitten Sedrun Nord, Amsteg und Bodio sind abgeschlossen. Voraussichtlich im Herbst 2010 wird in der Oströhre zwischen Faido und Sedrun der Hauptdurchschlag erfolgen. Bis dahin sind von der Tunnelbohr- maschine noch rund 2.5 Kilometer auszubrechen. Ab Mitte 2010 wird in der Weströhre bei Bodio der Einbau der bahntechnischen Anlagen beginnen. Diese umfassen die Fahrbahn, Fahrleitung, Telekomanlagen und Stromversorgung. Zur logistischen Bewältigung des Bahntechnikeinbaus wurde in den letzten Monaten der Installationsplatz in Biasca errichtet, der sich wenige Kilometer südlich des Südportals befindet. Es entstanden Montagehallen, ein Betonwerk, Büros und Unterkünfte für die Arbeiter.

Grosser, kaminartiger Hohlraum
In der Weströhre des Gotthard-Basistunnels, die gegenüber dem Vortrieb in der Oströhre etwa 600 Meter zurückliegt, steht die Tunnelbohrmaschine wegen eines Gesteinsniederbruchs seit rund vier Wochen still. Seither wurde mit Sondier- bohrungen die Grösse des entstandenen Hohlraumes sowie die Länge der Störzone ermittelt. Es zeigte sich, dass die angetroffene Störzone viel grösser ist, als man in den ersten Tagen angenommen hatte. Die erkundeten Hohlräume der Störzone reichen kaminartig auf eine Höhe von mindestens 40 Metern ab der Tunnelsohle. Das gesamte Hohlraum- volumen wird auf ca. 3'000 m3 geschätzt. Ein erheblicher Teil des erkundeten Hohlraums ist noch mit zerbrochenem Felsmaterial verfüllt. Die Länge der Störzone beträgt zwischen 6 und 10 m.

Damit die Tunnelbohrmaschine wieder andrehen kann, wird nun im Verlauf der nächsten Wochen der lockere Bereich vor dem Bohrkopf der Maschine aus einer Injektionsnische von der parallel verlaufenden Oströhre aus mit Zement verfestigt. Dies wird rund 3 Monate dauern. Auf das Terminprogramm und damit auf die Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels Ende 2017 hat der Vortriebsunterbruch keine Auswirkungen.

Fortschritte am Ceneri-Basistunnel
Am Ceneri erfolgte mit der ersten Sprengung beim Zwischenangriff in Sigirino Mitte März 2010 ein Meilenstein: Die Mineure erhielten grünes Licht für den Hauptvortrieb Richtung Norden und Süden. Am Nordportal Vigana bei Camorino ist der Vortrieb unter der Autobahn A2 im Gang. Im südlichen Portalbereich Vezia beginnt der Gegenvortrieb Mitte April 2010.

Jahresfilm 2009 – 35 Minuten Tunnelbau auf DVD

Die Baufortschritte an den Basistunnels am Gotthard und am Ceneri werden im Auftrag von AlpTransit Gotthard AG von Filmteams dokumentiert. Jedes Jahr entsteht so ein Jahresfilm, der in rund 30 Minuten die wichtigsten Meilensteine auf den NEAT-Baustellen Gotthard und Ceneri und die Fortschritte der Mineure dokumentiert. Der Jahresfilm 2009 ist ab sofort in drei Sprachversionen (deutsch, italienisch, englisch) erhältlich. Die DVD kann entweder übers Internet (www.alptransit.ch), bei den AlpTransit-Info-Centern in Erstfeld und Pollegio oder an den Niederlassungen der AlpTransit Gotthard AG in Luzern, Altdorf, Sedrun, Faido und Bellinzona zum Preis von 30 CHF gekauft werden. Die DVD ist auch im RailShop im Bahnhof Luzern erhältlich.

Rückblick 2009: Arbeiten am Gotthard

  • Im Teilabschnitt Erstfeld  erfolgte in beiden Röhren der Durchschlag der Tunnelbohrmaschinen in Richtung Amsteg. Auf der offenen Strecke Nord sind die Arbeiten  an diversen Kunstbauten wie Brücken, Unterführungen und Durchlässen aufgenommen worden.
  • Der Abschnitt Amsteg-Sedrun ist bereit für den Einbau der Bahntechnik.
  • Im Teilabschnitt Sedrun erreicht der Vortrieb Richtung Süden in beiden Röhren Tagesleistungen von 6-7 Metern. Der Innenausbau der Multifunktionsstelle wird weiter vorangetrieben. Der nördliche Abschnitt ist bereit für den Einbau der Bahntechnik.
  • Im Teilabschnitt Faido wurde bei den TBM-Vortrieben Richtung Nord im September 2009 die Kantonsgrenze Tessin-Graubünden erreicht. Die Endausbauarbeiten an der Multifunktionsstelle werden parallel zum Vortrieb ausgeführt.
  • Im Teilabschnitt Bodio ist die Weströhre bereit für den Einbau der Bahntechnik. Die Oströhre wird weiterhin für die Ver- und Entsorgung der Bauarbeiten im Abschnitt Faido benutzt.
  • Auf der offenen Strecke Süd fand Ende November 2009 in Pollegio der Spatenstich für die neue SBB-Betriebsleitzentrale «Centrale d’esercizio di Pollegio» statt. In Biasca wurde der Installationsplatz für die Bahntechnik erstellt.

Rückblick 2009: Arbeiten am Ceneri

  • Am Nordportal bei Vigana begannen die Arbeiten zur Unterquerung der Autobahn A2.
  • Beim Zwischenangriff Sigirino wurde die Installationskaverne im Berg erstellt und der Installationsplatz für das Hauptlos vorbereitet.
  • Am Südportal bei Vezia wurden die Vorarbeiten an der Baugrube abgeschlossen.