Informations- und Besucherzentrum in Erstfeld geplant

Die AlpTransit Gotthard AG und der Kanton Uri planen am Nordportal des künftigen Gotthard-Basistunnels ein gemeinsames Informations- und Besucherzentrum. In diesem Visitorcenter werden während der Bauzeit jährlich rund 30'000 - 40'000 Personen erwartet. Das Center soll nicht nur Einblick in den Bau des längsten Eisenbahntunnels der Welt geben, sondern den Besucherinnen und Besuchern auch den Kanton Uri mit all seinen Facetten näher bringen. Ein gemischter Ausschuss konkretisiert derzeit ein Umsetzungskonzept, welches Mitte 1999 vorliegen soll. Mit dem Vorhaben kann AlpTransit Gotthard den Informationsauftrag erfüllen und der Kanton Uri gleichzeitig wichtige Impulse für seinen Lebens- und Wirtschaftsaum auslösen.

Auf der langjährigen Grossbaustelle des Gotthard-Basistunnels ist von AlpTransit Gotthard bei Erstfeld ein Hauptzentrum und bei Amsteg ein lokaler Inforaum vorgesehen. Abgeleitet von den Erfahrungen in Sedrun sind jährlich 30'000 - 40'000 Personen zu erwarten. Dem Kanton Uri bietet sich die einmalige Chance, sein Umfeld zu präsentieren. Den an der Baustelle Interessierten sollen nicht nur technische Werkplätze gezeigt werden, sondern auch das Umfeld einer lebendigen Region mit ihrem wirtschaftlichen, touristischen, sozialen, kulturellen und natürlichen Hintergrund. Die räumlichen Zusammenhänge können dargelegt und das Potential des Kantons Uri präsentiert werden.

Mit einem flexiblen Konzept soll auf die Entwicklungen am Markt reagiert werden können. AlpTransit Gotthard wie der Kanton Uri können voneinander profitieren. Ein Visitorcenter ermöglicht Synergien mit der Standortpromotion der Region Uri - Gotthard. Auch nach der Fertigstellung und der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels bleibt ein Infozentrum sehens- und erlebenswert. Mit den während der Bauzeit zu entwickelnden Attraktionen kann der Ort und damit ganz Uri heute wie später am Puls Europas bleiben.

Für das Visitorcenter Gotthard Nord steht während der Bauzeit des Gotthard-Basistunnels ein Standort in der Nähe des Nordportals im Vordergrund. Wichtig ist eine geeignete Verkehrslage mit guter Erreichbarkeit durch den öffentlichen und Individualverkehr. Das Visitorcenter ist modular und flexibel geplant, so dass in einer späteren Phase, während der Betriebszeit des Gotthard-Basistunnels, andere Standorte nicht ausgeschlossen sind. Während der Bauzeit aber muss die Baustelle in Sichtweite liegen. Das Gebäude soll von aussen gut erkennbar sein und gleichzeitig einen guten Ausblick auf die Baustelle und auf den Kanton Uri gewähren. Der Inforaum Amsteg soll in einen engen Bezug zum Hauptzentrum gebracht werden. Die Hauptaufgabe des Inforaumes ist die Präsentation der Baustelle des Zwischenangriffs Amsteg.

Das Visitorcenter ist als Leistungscenter zu führen. Ziel ist es, ein interessantes, ansprechendes Ausstellungskonzept umzusetzen, das auf rund 800 m2 einen Informations- und Unterhaltungswert von 1 - 2 ½ Stunden anbietet. Es muss mit Erstellungskosten von rund 1.5 Mio. Fr. gerechnet werden. Für die Betriebskosten von ca. Fr. 300'000 - 500'000 pro Jahr für Führungen, Unterhalt und Aktualisierungen der Ausstellung soll ebenfalls ein Finanzierungskonzept geschaffen werden, das ein mögliches Sponsoring mit anderen Beteiligten berücksichtigt und die Investitionen deckt. Mit guter Unterhaltung, die über die reine Information hinausgeht, können ebenfalls Erträge erwirtschaftet werden.

Der vorgesehene, modulare Aufbau in Einheiten soll die Möglichkeit schaffen, Räume mit Sonderthemen zu behandeln sowie interaktive Ausstellungseinrichungen mobil zu gestalten. Nicht nur der moderne Eisenbahnbau, sondern auch Uri soll mit neuesten Präsentationsmethoden im Visitorcenter entdeckt werden können. Auskunftsstelle, Restauration, Verpflegung, Souvenirladen oder Verknüpfungen mit dem Umfeld gehören zu diesem Vorhaben, genau so wie Freizeit und Spieleinrichtungen, um damit die verschiedenen Ansprüche von Familien oder Gruppen abzudecken. Zum Konzept gehören auch bewegliche Elemente, die nach gezieltem Einsatzplan beispielsweise an Anlässen im In- und Ausland, in Städten oder bei anderen Ereignissen, den Bezug zum Visitorcenter Gotthard Nord herstellen können.

Als Zielpublikum sind nicht nur interessierte Fachbesucherinnen und -besucher der AlpTransit Gotthard Baustelle zu erwarten. Vielmehr kommen bei entsprechendem Management und Angebot auch Einheimische, Feriengäste, transitreisende, Schulen, Vereine, Behördenmitglieder in den Genuss von attraktiven Angeboten.

Bereits in der Grobkonzeptphase konnte Ende 1998 eine Rahmenidee geformt werden. In Kontakten mit Vertretern der Urner Volkswirtschaft zeigte sich ein positives Echo. Für den Tourismus und die Wirtschaftsförderung bietet sich eine interessante Chance. Es ist deshalb vorgesehen, dass der urnerische Teil des Visitorcenters von einer trägerschaft abgedeckt wird, die sich aus der Urner Wirtschaft zusammensetzt. Der Regierungsrat unterstützt die erste Ideenskizze. Er hat die Volkwirtschaftsdirektion beauftragt, die Idee im Sinne der Wirtschaftsförderung weiter zu entwickeln, handelt es sich doch um ein Projekt im Rahem des Konzeptes Wirtschaftspolitik Uri. Ende Februar 1999 hat die Volkswirtschaftsdirektion einen Ausschuss eingesetzt mit dem Auftrag, ein Umsetzungskonzept auszuarbeiten, welches die bauliche, betriebliche und finanzielle Sicherung aufzeigen soll. Die Resultate sollen bis Sommer 1999 vorliegen, damit nachher zur Bildung einer Urner trägerschaft, und, mit AlpTransit Gotthard, zur gemeinsamen Realisierung des Visitorcenters geschritten werden kann.

Der Ausschuss setzt sich wie folgt zusammen: Der Vorsitz wird vorderhand André Waeber, Wirtschaftskoordinator Uri interimistisch übernommen, bis ab Mai 1999 Dr. Emil Kälin als neuer Direktionssekretär der Volkswirtschaftsdirektion seine Nachfolge antreten wird. Die Vertreter der AlpTransit Gotthard AG sind Alex Regli, Abschnittsleiter Nord, Altdorf und Werner Beerle, Informationsbeaauftragter a.i., Bern. Weitere Vertreter des Kantons Uri sind Landamann Carlo Dittli, Göschenen und Walter Jauch, NEAT-Koordinator, Altdorf. Zusätzlich konnte Rainer Klostermann, Architekt, Zürich, der das Grobkonzept entwickelt hat, in den Ausschuss verpflichtet werden.

Der Urner Landrat wird anlässlich seiner Aprilsession im Rahmen der Nachtragskredite über das Vorhaben der Wirtschaftspolitik Uri informiert. Das aktuelle Bauprogramm von AlpTransit Gotthard sieht vor, dass die Baustelle bei Erstfeld im Jahr 2001 eröffnet wird. Auf diesen Zeitpunkt hin soll das Visitorcenter ebenfalls realisiert und betrieben werden können.

AlpTransit Gotthard AG Kanton Uri

Für weitere Auskünfte stehen Ihnen zur Verfügung:

AlpTransit Gotthard AG, Alex Regli, Abschnittsleiter ATG,
Industriezone Schächenwald, 6460 Altdorf
Tel. 041/875 77 00, Fax 041/875 77 11
Volkswirtschaftsdirektion Kanton Uri, Regierungsrat Ambros Gisler, Volkwirtschaftsdirektor,
Klausenstrasse 4, 6460 Altdorf
Tel 041/875 24 00, Fax 041/875 24 12