Start der zweiten Tunnelbohrmaschine im Gotthard-Basistunnel Nord

Auf der Baustelle Amsteg der AlpTransit Gotthard AG hat am Dienstag, 19. August 2003 die zweite Tunnelbohrmaschine den maschinellen Vortrieb auf der Alpennordseite des Gotthard-Basistunnels aufgenommen. Bis im Jahre 2008 wird diese 11,4 km Fels der Weströhre bis Sedrun durchbohren.

Auf der rund 440 Meter langen Tunnelbohrmaschine (TBM) befinden sich alle Einrichtungen um den Fels auszubrechen und zu sichern. Die TBM wird sich, wie schon ihre "Kollegin", die seit Ende Mai 2003 in der Oströhre an der Arbeit ist, zunächst "warmlaufen". Der eigentliche Hochleistungsvortrieb beginnt im Januar 2004. Dabei sind die täglichen Leistungen abhängig von den geologischen Verhältnissen. Aufgrund der Prognosen wird mit einem durchschnittlichen Vortrieb von 10,4 Metern pro Arbeitstag gerechnet. Bei optimalen Verhältnissen können maximale Tagesleistungen von 35 bis 40 Metern erreicht werden. Insgesamt werden beim Gotthard-Basistunnel 50 von 57 km mit TBM's erstellt.

Die TBM wurde von der Arbeitsgemeinschaft AGN (MURER AG, Erstfeld und Strabag AG, Spittal/Drau, Österreich) bei der Firma Herrenknecht in Schwanau, Deutschland, bestellt. Nach der Fertigung wurde die einfach verspannbare Gripper-Tunnelbohrmaschine mit einem Durchmesser von 9,58 m und einem Gewicht von über 3000 Tonnen beim Hersteller abgenommen, anschliessend zerlegt und in rund 90'000 Einzelteilen nach Amsteg transportiert. Der 117 Tonnen schwere Hauptantrieb musste mit einem Nauen von Luzern nach Flüelen transportiert werden, weil die Last für gewisse Autobahnteilstücke der A2 zu gross war. Seit Mai 2003 wurde die TBM "unter Tag" in der Montagekaverne West wieder zusammengebaut. Den Nachläufer der TBM lieferte die Firma Rowa Tunneling Logistics AG, Wangen SZ. Dieser enthält alle für den Vortrieb notwendigen logistischen Einrichtungen.